Die Radon Wirkungskette
Die Radonbelastung in der Raumluft von Gebäuden kommt durch eine komplexe Wirkungskette unterschiedlicher Prozesse
in naturbelassenen Böden und Gesteinen, im anthropogen beeinflussten Baugrund sowie im Bereich der Ankopplung des
Gebäudes an den Untergrund zustande. Die zahlreichen einflussnehmenden Parameter können je nach Standort
stark variieren und sind in ihrem Zusammenspiel nicht immmer exakt zu erfassen.
Radonangebot meint die Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft, Bestimmt durch die Emanation.
Die Radonnachlieferung beinhaltet die potenzielle Migration des Radon durch die Lockerzone des Bodens oder entlang
bevorzugter Wegsamkeiten im Gestein. Radonangebot und Radonnachlieferung werden
im oberflächennahen Bereich durch Witterung, Morphologie (z.B.: Kuppen-, Hang- oder Tallage), Verwitterungstiefe und
-prozesse sowie Bodenschichtung (z.B.: Wechsel von sandigen und tonigen Bodenhorizonten) moduliert. Unter geogenem
Radonpotenzial versteht man die im Untergrund zum Eintritt in die Häuser
zur Verfügung stehende Radonmenge. Der Radontransfer aus dem Baugrund ins Gebäude wird durch den Grad
der Ankopplung vom Haus an den geologischen Untergrund gesteuert; dieser bestimmt somit die Menge an Radon, die ins
Gebäude eindringt. Die relevanten Parameter sind die Konstruktionsmerkmale des Hauses, der Zustand der Bausubstanz,
die Art und Dichtigkeit der erdberührten Gebäudehülle sowie Druck- bzw. Temperaturdifferenzen zwischen Boden- und Innenluft.
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