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Glossar "Radon und Bauen"  

 Abdichtung 
 Baugrunduntersuchung 
 Drainage 
 Kartenmaßstab 
 Radonbrunnen 
 Radondichtigkeit 
 Relaxationslänge 
 Sanierungsmaßnahme 
 Stoßlüftung 
 Über- / Unterdruckhaltung 

Abdichtung

Verschluss möglicher Radoneintrittspfade ins Haus mit Hilfe radondichter Materialien. Man unterscheidet flächige (horizontale und vertikale) Abdichtungen, die jeweils an der Außen- oder Innenseite des Gebäudes angebracht werden können, sowie die Abdichtung von Durchführungen ins Haus und innerhalb des Hauses (z.B.: Versorgungsleitungen, Installationsschächte).
Flächige Abdichtungen erfolgen mit Hilfe von Dichtungsplanen bzw. -folien, Beschichtungen oder Anstrichen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass Nahtstellen oder Anschlüsse zu anderen Abdichtungen fachgerecht (z.B. durch Verklebung oder Verschweißung) geschlossen werden. Durchführungen u.ä. können durch Verpressung radondichten Materials in den Raum zwischen Hauswand bzw. -boden und Rohrwand abgedichtet werden. In der gleichen Weise kann mit Hohlräumen innerhalb von Rohren oder Schächten verfahren werden.

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Baugrunduntersuchung

Geotechnische Untersuchungen im Vorfeld von Bauvorhaben, beispielsweise zur Standsicherheit der zu errichtenden Gebäude. In diesem Rahmen können auch Messungen der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft oder Gaspermeabilität des Bodens durchgeführt werden.

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Drainage

Verfahren vergleichbar dem Radonbrunnen. Verhinderung des Radoneintrittes ins Gebäude mittels eines unter dem Haus verlegten Rohrsystems, in dem ein gegen die darüber liegenden Räume gerichteter Unterdruck herrscht. Die radonhaltige Bodenluft wird im Rohrsystem gesammelt und - ggf. mit Hilfe eines Ventilators - über radondichte Leitungen in Dachhöhe in die Atmosphäre abgeführt.
Die Auslegung der Drainage (Abstand und Durchmesser der Rohre) hängt von der Höhe der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft und der Gasdurchlässigkeit des Bodens ab. In bindigen Böden (z.B.: Lehm, Ton) ist das Verfahren nicht anwendbar.

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Kartenmaßstab

Der Begriff "kleinmaßstäblich" bedeutet, dass ein großer Geländeausschnitt dargestellt wird (z.B.: Deutschlandkarte im Maßstab 1 : 1.000.000). Umgekehrt bedeutet der Begriff "großmaßstäblich", dass in der Karte ein kleiner Geländeausschnitt zu sehen ist (z.B.: Grundkarte im Maßstab 1 : 5.000).

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Radonbrunnen

Verfahren vergleichbar der Drainage. Sammlung der radonhaltigen Bodenluft in einem eigens dafür angelegten Schacht innerhalb der Bodenplatte des Gebäudes. Die Luft wird anschließend - ggf. mit Hilfe eines Ventilators - über radondichte Leitungen in Dachhöhe in die Atmosphäre abgeführt. In der Regel ist die Anlegung mehrerer Brunnen notwendig. Deren Auslegung (Lage, Abstand, Größe) hängt von der Höhe der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft und der Gasdurchlässigkeit des Bodens ab. In bindigen Böden (z.B.: Lehm, Ton) ist das Verfahren nicht anwendbar. In sehr hoch permeablen Böden dagegen kann die Einrichtung eines einzigen Radonbrunnens in unmittelbarer Nähe neben dem Gebäude bereits ausreichend sein.

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Radondichtigkeit

Die Bewertung eines Materials beruht auf dem gemessenen, speziellen Radondiffusionskoeffizienten D* und der daraus berechneten Relaxationslänge R.
Ein Material gilt als radondicht, wenn seine Dicke d größer oder gleich 3 Relaxationslängen R (von Radon) ist. In der Praxis bedeutet dies, dass bei "Radondichtigkeit" und der angegebenen Dicke weniger als ca. 5 % des angebotenen Radon durch das Material diffundieren bzw. umgekehrt ca. 95 % des Radon durch das Material zurückgehalten werden.
Die Bestimmung der Radondichtigkeit erfolgt unter genau vorgegebenen Randbedingungen durch geeignete Prüflabors.
In der Tabelle sind zahlreiche Materialien mit der Bewertung ihrer Radondichtigkeit aufgelistet (Daten aus: Keller, G.; Hoffmann, B. (2002): Durchlässigkeit von Baumaterialien.- in: BMU (Hrsg.): Forschung zum Problemkreis "Radon".- Vortragsmanuskripte des 14. Statusgespräches, Berlin, 23./24. Oktober 2001). Die Tabelle liefert lediglich einen Hinweis auf Stoff- oder Produktgruppen, die für Abdichtungen gegenüber Radon zum Einsatz kommen könnten. Grundlage der Bewertung sind Untersuchungen spezieller Handelsprodukte mit konkreten Stoffeigenschaften. Geringfügige Änderungen dieser Produkte können die Radondiffusion entscheidend beeinflussen; daher ist eine pauschale Einordnung der genannten Gruppen oder Produkte als radondicht nicht möglich! Auskunft darüber kann letztendlich nur der Hersteller geben, der eine entsprechende Untersuchung vorgenommen haben muss.

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Relaxationslänge

Unter Relaxationslänge R eines Materials versteht man die Wurzel des Quotienten aus dem (gemessenen) speziellen Radondiffusionskoeffizienten D* und der Zerfallskonstante λ von Rn-222 (λ = 2,1 * 10-6 sec).

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Sanierungsmaßnahme

Der Erfolg unterschiedlicher Sanierungsmaßnahmen lässt sich anhand vorliegender Erfahrungen abschätzen, die in der Tabelle exemplarisch zusammengefasst sind (Daten aus: Hamel, P., Lehmann, R., Kube, G., Couball, B., Leißring, B. (1996): Modellhafte Sanierung radonbelasteter Wohnungen in Schneeberg.- BfS-ST-10/96, 57 S.).

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Stoßlüftung

Kurzzeitiges - nur wenige Minuten andauerndes - starkes Lüften mit erhöhtem Außenluftzutritt.

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Über-/Unterdruckhaltung

Gezielte Änderung der Luftdruckverhältnisse zwischen Außen- bzw. Bodenluft und der Raumluft mit Hilfe von Ventilatoren.

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Letzte Änderung: 25. 07. 2014