Irland
Messkampagnen und Projekte
In den 1990er Jahren wurde in Irland eine Messkampagne in Wohngebäuden mit dem Ziel
durchgeführt, Gebiete mit hohen Raumluftkonzentrationen zu identifizieren.
Die Landesfläche wurde in ein 10 x 10 km-Raster unterteilt; in jedem Rasterelement
wurden zufällig Gebäude für die Radonmessung ausgewählt.
Insgesamt wurden in ca. 11.500 Gebäuden Radonmessungen durchgeführt. Der Mittelwert
betrug 89 Bq/m3. In ca. 9 % aller Gebäude wurde eine Konzentration von 200 Bq/m3,
dem irischen reference level, überschritten.
Auf Basis dieser Messergebnisse wurde eine Radonkarte Irlands erstellt. In dieser wird für
jedes Element die Überschreitungshäufigkeit des reference level von 200 Bq/m3 prognostiziert.
Eine Überschreitung um mehr als 10 % bedeutet, dass das entsprechende Rasterelement
als high radon area eingestuft wird. Auf diese Weise wurden Karten für jeden
Bezirk Irlands
erstellt. Es wird geschätzt, dass in ca. 7 % aller Gebäude der Wert von 200 Bq/m3
überschritten wird.
Neben Messkampagnen in Wohngebäuden wurden in den Jahren 1998 bis 2001 auch Schulen und
Vorschulen systematisch untersucht. In ca. 3.500 Schulen wurden ca. 33.500 Radonmessungen
durchgeführt. In 26 % aller Schulen lag mindestens ein Messwert oberhalb von 200 Bq/m3,
in 9 % aller Schulen sogar je ein Wert über 400 Bq/m3. Bei Überschreitung des reference
level wurden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.
Alle Informationen über das irische Radonmessprogramm sind in übersichtlicher Form auf der
Homepage des Radiological
Protection Institute of Ireland (RPII) nachzulesen; hier stehen auch zahlreiche Publikationen
zum Download bereit.
Gesetzliche Regelungen
In Anlehnung an die Empfehlungen der EU existiert in Irland ein Richtwert von 200 Bq/m3
für bestehende Gebäude und für Neubauten.
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