Frankreich
Messkampagnen und Projekte
Beginnend in den 80er Jahren wurden in Frankreich in allen französischen Departments
(durchschnittliche Größe: 5.000 km2) Raumluftmessungen in Wohngebäuden
durchgeführt, um Gebiete mit erhöhten Konzentrationen zu lokalisieren. Ca. 12.500
Hausmessungen ergaben einen arithmetischen Mittelwert von 90 Bq/m3, das geometrische
Mittel lag bei 54 Bq/m3 und der Median bei 50 Bq/m3. Ca. 9 % der Messungen
lagen über 200 Bq/m3, 2,3 % über 400 Bq/m3 und 0,5 % über 1.000 Bq/m3.
Erhöhte Konzentrationen waren in der Bretagne, im Limousin, in der Auvergne und auf Korsika
zu beobachten. Das IRSN (Institute de Radioprotection et de Surete Nucleaire) hat Kartendarstellungen
der Mittelwerte von
Gemeinden und
Departments veröffentlicht.
Gesetzliche Regelungen
Von staatlicher Seite existieren Empfehlungen, systematische Kontrollmessungen durchzuführen
in Gebäuden, in denen hohe Konzentrationen wahrscheinlich sind (z.B.: Geologie, frühere
Messungen), in denen sich Menschen lange aufhalten (z.B.: Schulen, Kindergärten) und in
denen Bewohnern anderen (anerkannten) Krebsnoxen ausgesetzt sind. Offiziell wird zwischen drei
Konzentrationsniveaus für bestehende Gebäude unterschieden:
- <400 Bq/m3 = Zielgrenzwert: keine Maßnahmen notwendig
- 400 bis 1.000 Bq/m3: Empfehlung einfacher Maßnahmen zur Reduzierung
- >1.000 Bq/m3 = Grenzwert: zeitnahe, auch aufwendige Sanierungsmaßnahmen erforderlich, u.U. ist die Schließung öffentlicher Gebäude denkbar
Geplant ist, für Neubauten demnächst einen Zielgrenzwert von 200 Bq/m3 festzulegen, um die Alterungseinflüsse zu berücksichtigen.
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