Tschechische Republik
Messkampagnen und Projekte
In Tschechien wurden die ersten Radonmessprogramme zu Beginn der 1990er Jahre durchgeführt.
Die Leitung lag beim
tschechischen geologischen Dienst.
Der Schwerpunkt lag auf geologisch gestützten Untersuchungen mit Messungen der
Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft; parallel wurde zudem die Gasdurchlässigkeit
des Bodens erfasst. Resultat waren landesweite radon risk maps im Maßstab 1 : 200.000 mit
einer Kategorisierung des geogenen Radonrisikos in die drei Klassen "low", "interstage"
(speziell für heterogene quartäre Sedimente), "medium" und "high". Hierbei werden geologische
Einheiten bzw. unterschiedliche Gesteinsarten in die genannten Klassen eingestuft. Seit Ende
der 1990er Jahre werden entsprechende Karten im Maßstab 1 : 50.000 mit einer wesentlich
besseren Auflösung generiert. Diese Karten werden von Verwaltungen genutzt, um Ressourcen
für Raumluftmesskampagnen gezielt einzusetzen. Letztendlich sollen in allen Gemeinden, die
in die höchste Risikoklasse eingestuft worden sind, Hausmessungen durchgeführt werden.
Mittels standardisierter Messverfahren und beruhend auf den selben Bewertungskriterien
werden in Tschechien seit vielen Jahren durch zahlreiche privatwirtschaftlich tätige
Firma routinemäßig Radonmessungen zur Bewertung des Radonrisikos eines Baugrundes
durchgeführt. Diese Untersuchungen sind mittlerweile bei allen Neubauten obligatorisch.
Im Rahmen von Raumluftmesskampagnen wurde bis jetzt in ca. 120.000 Wohngebäuden und
Kindergärten die Radonkonzentration ermittelt. Ca. 15 % aller Werte lagen oberhalb von
400 Bq/m3. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, staatliche Fördergelder
für Sanierungsmaßnahmen zu erhalten.
Mitte der 1990er Jahre wurde begonnen, die geogen basierten Prognosen des Radonrisikos
mit den Ergebnissen von Raumluftmessungen zu vergleichen. Es zeigte sich eine gute Übereinstimmung:
In Gebieten der Kategorie "high" war die Verteilung der Raumluftmesswerte deutlich zu höheren
Werten verschoben.
Gesetzliche Regelungen
Bereits 1991 wurden als Richtwerte für bestehende Gebäude ein Wert von 200 Bq/m3 (EEC) und
für Neubauten von 100 Bq/m3 (EEC) festgelegt. Im Jahre 2002 wurden diese Vorgaben modifiziert
und den Empfehlungen 90/143/Euratom der EU angeglichen. Demnach gilt für Neubauten ein
Richtwert von 200 Bq/m3 und für bestehende Gebäude ein Richtwert von 400 Bq/m3.
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