Radon in der Bodenluft
In den letzten Jahren sind von der Bonner Arbeitsgruppe "Radon" umfangreiche systematische
Grundlagenuntersuchungen zum Verhalten von Radon im Untergrund unter besonderer Berücksichtigung
der geologischen Verhältnisse und zur regionalen Verteilung der Radonkonzentrationen in der
Bodenluft in Deutschland durchgeführt worden. Ein Resultat dieser Forschungen ist die
Bodenluftkarte Deutschlands.
Die detaillierte Auswertung von mehr als 4.000 Bodenluftmessungen in der gesamten Bundesrepublik
Deutschland zeigen eine weite Streuung der Radonkonzentrationen in der Bodenluft in Abhängigkeit
von Geologie und Gesteinsart. Die Gesamtheit aller Messergebnisse folgt einer logarithmischen
Normalverteilung, wie sie für naturräumliche Parameter üblich ist. Der Median beträgt 36 kBq/m3.
Noch ca. 10 % aller Werte überschreiten einen Wert von 100 kBq/m3,
das Maximum liegt bei mehr als 1.000 kBq/m3 (= 1 MBq/m3).
Ein Spannweitendiagramm zeigt die Abhängigkeit von der Geologie.
Die Medianwerte bewegen sich in der Regel zwischen 20 und 40 kBq/m3, jedoch bei unterschiedlichen
Spannweiten. Es sind aber auch Unterschiede erkennbar. So weisen die paläozoischen Gesteine im
Vergleich zu den jüngeren Erdzeitaltern oftmals höhere Konzentrationen auf. Im Silur und Ordoviz
sind es vor allem die dunklen Schwarzschiefer in den ehemaligen Uranbergbaugebieten im Erzgebirge
und Thüringer Wald. Die erhöhten Werte über Muschelkalk-Gesteinen mit eher unterdurchschnittlichen
Radionuklidgehalten sind auf Radiumanreicherungen in den Verwitterungsresten zurückzuführen. Die
bis weit über 100 kBq/m3 reichenden Bodenluftkonzentrationen über den quartären Sedimentablagerungen
in den Alpen haben ihre Ursache in den hohen Permeabilitäten dieser zumeist sehr grobkörnigen Schuttmassen.
Auch bei einer Untergliederung der Messergebnisse nach Gesteinsarten zeigen sich Unterschiede.
Erwartungsgemäß werden die höchsten Radonaktivitätskonzentrationen
in der Bodenluft über sauren magmatischen Gesteinen - vorwiegend Granite und Rhyolithe - beobachtet.
Werte von mehreren 100 kBq/m3 sind keine Seltenheit. Die sedimentären Gesteine zeigen fast ausnahmslos
niedrigere Konzentrationen mit Medianwerten zwischen ca. 10 und 40 kBq/m3; erhöhte Werte über
Konglomeraten haben ihre Ursache in dem meist granitischen Ausgangsmaterial. Eine differenzierte
Betrachtung zeigt aber, dass auch innerhalb einer Gesteinsart sehr wohl deutliche Unterschiede
auftreten können. Als Beispiel seien die Granite genannt. In Abhängigkeit von der Region und
innerhalb einer Region von den Bildungsbedingungen zur Zeit der Gesteinsentstehung sind deutliche Variationen des Medianwertes und
der Spannweiten zu beobachten.
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