Radon in der Raumluft
Nationale und internationale Strahlenschutzbehörden beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der
Bewertung von Radonaktivitätskonzentrationen in Gebäuden - sei es am Arbeitsplatz oder in
Wohngebäuden. Hierbei wird auch stets die Notwendigkeit betont, die regionale Verteilung
der Radonkonzentrationen zu untersuchen.
Grundsätzlich ist zwischen Richtwerten, die lediglich empfehlenden Charakter besitzen und nicht
überschritten werden sollen, und Grenzwerten, die gesetzlich verankert sind und nicht
überschritten werden dürfen, zu unterscheiden.
In aller Regel wird bei einer Bewertung zwischen Neubauten und bereits bestehenden Gebäuden
unterschieden. Dabei werden stets Jahresmittelwerte der Radonkonzentration betrachtet. Als geeignetes
Messverfahren zur Ermittlung dieser Werte werden allgemein integrierende Langzeitmessungen angesehen.
Richt- (R) und Grenzwerte (G) für bestehende Wohngebäude |
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| Land | Bq/m3 | R/G | Bemerkung |
| Albanien | |||
| Belgien | 400 | R | |
| Bulgarien | |||
| Dänemark | 200/400 | R | einfache/aufwendige Maßnahmen |
| Deutschland | 100 | R | Zielwert |
| Estland | 400 | R | |
| Finnland | 400 | R | |
| Frankreich | |||
| Griechenland | 400 | R | |
| Großbritannien | 200 | R | |
| Irland | 200 | R | |
| Italien | |||
| ehem. Jugoslawien | 200/400 | R/G | |
| Kroatien | |||
| Lettland | 300/600 | R/G | |
| Litauen | 400 | G | |
| Luxemburg | 150 | R | |
| Malta | |||
| Niederlande | |||
| Norwegen | 200/400 | R | einfache/aufwendige Maßnahmen |
| Österreich | 400 | R | |
| Polen | 400 | R | |
| Portugal | |||
| Rumänien | |||
| Russland | 200/400 | G | einfache/aufwendige Maßnahmen |
| Schweden | 200/400 | R/G | |
| Schweiz | 400/1000 | R/G | |
| Slovakei | 200 EEC | G | |
| Slovenien | 400 | R | |
| Spanien | |||
| Tschechien | 200 EEC | R | Maßnahmen je nach Radonkonz. |
| Türkei | |||
| Ungarn | geplant: 600 | R | |
| Weißrussland | 200/400 | R/G | |
| Zypern | |||
Die EU fordert in ihren Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung vor Radonexposition innerhalb von Gebäuden "Kriterien auszuarbeiten, anhand derer Regionen, Orte und Gebäudemerkmale bestimmt werden können, bei denen mit hohen Radonkonzentrationen in Wohngebäuden zu rechnen ist" (EC 1990). Sie empfiehlt, dass die Jahresmittelwerte der Radonkonzentration in neu zu errichtenden Häusern den Planungswert von 200 Bq/m3 und in Wohnräumen bereits bestehender Gebäude den Referenzwert von 400 Bq/m3 nicht überschreiten sollen. Bei Radonkonzentrationen über 400 Bq/m3 werden Maßnahmen zur Radonreduzierung empfohlen, wobei als Ziel die Unterschreitung eines Jahresmittelwertes von 200 Bq/m3 angestrebt werden soll. Auf diesen EU-Werten beruhen auch die zur Zeit in Deutschland angewandten Bewertungen für Wohnräume.
Die epidemiologischen Studien haben jedoch gezeigt, dass bereits ab Radonkonzentrationen von 140 Bq/m3 ein Anstieg des Lungenkrebsrisikos zu verzeichnen ist. Insofern entsprechen die genannten EU-Empfehlungen nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Als Konsequenz könnten neue Regelungen notwendig werden.
Die Bundesregierung präferiert aus diesem Grund einen Zielwert der Radonkonzentration von 100 Bq/m3, der bei Neubauten durch präventive Bau- und bei Altbauten durch geeignete Sanierungsmaßnahmen erreicht werden soll. Dieser Wert liegt unterhalb der Schwelle, bei der in den o.g. epidemilogischen Studien ein Anstieg des Lungenkrebsrisikos festgestellt worden war. Gesetzliche Regelungen zur Begrenzung der Strahlenexposition durch Radon in Gebäuden, in denen dieser Wissensstand berücksichtigt wird, wie das Radonschutzgesetz oder die Radon-Richtlinie konnten leider bislang vom Gesetzgeber nicht verabschiedet werden, weil die Zustimmung durch die Länder verweigert wurde.
| Richt- (R) und Grenzwerte (G) für Neubauten |
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| Land | Bq/m3 | R/G |
| Albanien | ||
| Belgien | ||
| Bulgarien | ||
| Dänemark | 200 | R |
| Deutschland | 100 | R |
| Estland | 200 | R |
| Finnland | 200 | R |
| Frankreich | ||
| Griechenland | 200 | R |
| Großbritannien | 200 | G |
| Irland | 200 | R |
| Italien | ||
| Jugoslawien | 200 | G |
| Kroatien | ||
| Lettland | 300 | G |
| Litauen | 200 | G |
| Luxemburg | 150 | R |
| Malta | ||
| Niederlande | ||
| Norwegen | 200 | G |
| Österreich | 200 | R |
| Polen | 200 | G |
| Portugal | ||
| Rumänien | ||
| Russland | 100 EEC | G |
| Schweden | 200 | G |
| Schweiz | 400/1000 | R/G |
| Slovakei | 100 EEC | G |
| Slovenien | 200 | R |
| Spanien | ||
| Tschechien | 100 EEC | R |
| Türkei | ||
| Ungarn | geplant: 400 | R |
| Weißrussland | 200 | G |
| Zypern | ||
Die deutsche Strahlenschutz- kommission (SSK) weist ausdrücklich auf den Einfluss des geologischen Untergrundes - insbesondere der Radon- konzentration in der Bodenluft - für die Radonkonzentrationen in Gebäuden hin. Sie empfiehlt, "in der Bundesrepublik Deutschland solche Gebiete unter Beachtung sowohl der geologischen Gegebenheiten als auch der Ergebnisse von Radon-Meßprogrammen in bestehenden Gebäuden schrittweise im einzelnen festzulegen" (SSK 1994). Die Unterteilung der Raumluftkonzentrationen in einen Normal-, Ermessens- und Sanierungsbereich wird aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse mittlerweile nicht mehr angewendet.
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