Ergebnisse
Im Hinblick auf die Charakteristika des geogenen Radonpotenzials lassen sich folgende flächenhafte
Unterteilungen für Deutschland treffen:
Das norddeutsche Flachland mit tertiärer und quartärer Bedeckung ist generell niedrig belastet.
Eine Ausnahme bilden die Weichsel-eiszeitlichen Ablagerungen im östlichen Schleswig-Holstein und
nördlichen Mecklenburg-Vorpommern; die primäre Radonquelle ist hier die stärker
mit Radionukliden versehene Gletscherfracht vom Ostseeboden und aus Skandinavien.
Niedrige bis mittlere Belastung weisen die Regionen mit mesozoischen Deckschichten (z.B.: süddeutsches
Schichtstufenland) und gefalteten Sedimenten des paläozoischen Sockels der deutschen Mittelgebirge (z.B.:
Rheinisches Schiefergebirge) auf. Darin eingebettet liegen in kleineren Becken und Senken känozoische
Lockergesteine mit Sedimentmaterial aus umliegenden Liefergebieten. Lokal treten einzelne Gebiete mit
erhöhten Werten auf, die eindeutig geologisch verursacht sind.
Zu den Gebieten mit mittlerer bis sehr hoher Radonbelastung in der Bodenluft zählen die Areale des
kristallinen variszischen und älteren Grundgebirges mit Granitintrusionen, Vererzungszonen, relevanten
Verwerfungen und somit kleinräumig stark wechselnder Geologie. Sie sind in Sachsen (z.B.: Erzgebirge),
Thüringen (z.B.: Thüringer Wald) und Bayern (z.B.: Fichtelgebirge, Oberpfalz) konzentriert;
daneben finden sich erhöhte Radonkonzentrationen in der Bodenluft aber auch beispielsweise im Schwarzwald,
Sauerland, Odenwald oder Harz.
Eine Ausnahmesituation bildet das Hochgebirge der Alpen mit seinen vorwiegend mesozoischen Kalken und Dolomiten.
Starke Reliefbildung, nur flachgründige Böden und das Vorkommen von Schuttfächern mit
großem Porenvolumen und extrem hoher Permeabilität am Bergfuß, die Bildungsort und
Reservoir für Radon in der Bodenluft darstellen, bedingen lokal sehr stark variierende Verhältnisse.
Erhöhte Bodenluftkonzentrationen sind daher keine Seltenheit.
Bei der Datenerhebung zur Erstellung der Deutschland-Karte konzentrierten sich die Radonmessungen in der Bodenluft
aus diesen Gründen auf die Siedlungsgebiete, die vorwiegend auf Schotterfluren und in Talauen anzutreffen sind; die
unbesiedelten Felsregionen wurden bei der Beprobung weitgehend ausgespart.
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