Die Abhängigkeit von geologischen Parametern
Alle Gesteine und Böden enthalten in unterschiedlichen Konzentrationen und Bindungsformen Uran und Radium und sind daher Radonquellen.
Diese Radonmutternuklide kommen primär in akzessorischen Gesteinsmineralen (z.B.: Monazit, Apatit, Zirkon) in Magmatiten vor.
Daneben werden sie durch Adsorption an Tonmineralneubildungen und Eisen-Mangan-Oxihydroxiden in der Verwitterungszone angereichert
und sind Bestandteil von Sekundärmineralisationen an Korngrenzen sowie auf Schieferungsflächen und Feinklüften im Gestein,
wo sie aus zirkulierenden Wässern ausgeschieden werden.
Saure Magmatite - und hier in erster Linie Granite und Pegmatite - sind wegen des verstärkten Einbaus von Uran in ihre Minerale sehr gute Radonlieferanten.
Die meisten Sedimentgesteine und Metamorphite enthalten nur durchschnittliche Radionuklidgehalte zwischen ca. 10 und 40 Bq/kg Radium
und und lassen hinsichtlich der Radonaktivitätskonzentrationen kein einheitliches Muster erkennen. Nur in Ausnahmefällen
treten auch in Sedimentgesteinen hohe Uran- und Radiumgehalte auf (z.B.: Schwarz-, Alaunschiefer). Carbonate zählen zu den Gesteinen mit unterdurchschnittlichen
Radionuklidgehalten und galten daher lange als wenig radonbelastet. Überraschenderweise wurden aber nicht selten auch über diesen Gesteinen
hohe Radonkonzentrationen in der Bodenluft und in Gebäuden gemessen. Hierfür ist in erster Linie die mitunter starke Anreicherung von Uran
und Radium - teilweise bis zu einem Faktor 10 - in den Böden gegenüber dem Ausgangsgestein die Ursache, weil die feinkörnigen
Rückstände bei der Carbonatverwitterung - Tonminerale sowie Eisen-Oxide und -Hydroxide - eine gute Adsorptionsfähigkeit für diese Elemente aufweisen.
Hohe Radonaktivitätskonzentrationen in Kiesen und Sanden sind in aller Regel auf die guten Migrationsmöglichkeiten im Untergrund
zurückzuführen, wobei die Radionuklidgehalte in diesen Sedimenten meist nur niedrig sind.
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